Rat für den Alltag

Wonach du dich sehnst

Aus der Ausgabe Winter 2024

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Eine ehrfurchtgebietende Erscheinung begleitete vor 2000 Jahren die Geburt unseres Herrn Jesus Christus: Einige einfache Hirten wurden Zeugen einer absolut faszinierenden Anbetungszeit von Tausenden von Engeln, die sich vor ihren Augen abspielte. Der Originaltext des Liedes, das die himmlischen Heerscharen damals sangen, lautete: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade!“ Wow, was für ein Text! Und dann erscheint da auch noch ausgerechnet ein Schlagwort, das heute in aller Munde ist: „Friede auf Erden!“

Vom Himmel her

Das, wonach sich jeder Mensch im tiefsten Inneren seines Herzens sehnt, nämlich Frieden auf Erden zu erleben, wird von den Engeln an Weihnachten proklamiert. Wie schön wäre es doch, wenn das dann auch so einfach vom Himmel her passieren würde! Aber wir müssen ehrlich sein. Frieden auf Erden ist nur ein Teil der Proklamation der Engel. Es wird nämlich im Lied auch noch ein Adressat genannt, dem diese göttliche Verheißung gilt – und den dürfen wir nicht unterschlagen! Denn Frieden auf Erden, der von dem großen Friedefürsten im Himmel kommt, wird nur denen zuteilwerden, die Jesu wunderbare Gnade für sich annehmen. Und das kann durchaus auch in total unfriedlichen Zeiten geschehen. Göttlicher Frieden auf der Erde gilt also den Menschen, die sich von seiner Gnade, das heißt seiner unverdienten Gunst, faszinieren, leiten und inspirieren lassen. Andere werden tatsächlich unter Umständen leer ausgehen. Und das müsste gar nicht so sein! Stell dir einmal folgendes Konzept vor, das die Engel bei ihrem Song durchaus vor Augen gehabt haben könnten: Wenn immer mehr Menschen auf der Erde Gottes Gnade erkennen, sie für sich beanspruchen und damit unter der Gunst Gottes stehen und wenn sie dann diese Gnade an andere weiterreichen, sie verkündigen und Menschen zu dieser Gnade einladen, … werden dann nicht immer mehr Menschen unter den göttlichen Frieden des Friedefürsten Jesus Christus auf der Erde kommen? Und wo immer sich dieser göttliche Frieden in den Herzen von Menschen weiter multipliziert und wie eine göttliche Infektion immer mehr Menschen erfasst, wird infolgedessen auch der äußere Frieden zwischen Menschen zunehmend möglich werden.

„Göttlicher Frieden auf der Erde gilt also den Menschen, die sich von seiner Gnade, das heißt seiner unverdienten Gunst, faszinieren, leiten und inspirieren lassen.“

Bitte weitergeben

Ich rede von Frieden unter Ehepartnern, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Stadt, in der Nation und – ob du es glaubst oder nicht – sogar zwischen Nationen und ethnischen Gruppen. Könnte es sein, dass der große Friedefürst Jesus Christus uns alle in dieser Zeit motivieren möchte, seinen Frieden, seine Liebe und seine Gnade an andere Menschen weiterzugeben, damit auch in der Welt um uns herum immer mehr Frieden möglich wird auf Erden? Du und ich – wir sind für den Herrn des Friedens wichtiger, als wir denken! Jeder von uns, der mit dem Frieden Gottes im Herzen erfüllt ist, ist ein weiterer Faktor, dass unsere Erde friedlicher wird! Achte einmal auf das, was der Apostel Paulus in Römer 5,1–2 allen Nachfolgern Jesu zu sagen hat: „Gerecht gemacht durch den Glauben haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir mittels des Glaubens auch Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“ Das bedeutet also: Erstens, du hast auf Erden Frieden mit Gott in deinem Herzen durch den Glauben. Zweitens: Du hast Zugang zu seiner Gnade, in der wir stehen. Und drittens: Dein Lobpreis in Bezug auf die Erwartung der Herrlichkeit Gottes in deinem Leben macht dich zu einem strahlenden Zeugen für viele andere.

„Ich spürte, wie ich neue Energie bekam und mein inneres und äußeres Wohlbefinden wiederhergestellt wurde.“

Abends vor dem Sofa

Ich möchte dir von dem erzählen, was mir in einer sehr herausfordernden Zeit meines Lebens passiert ist: Ich kam an jenem Abend sehr, sehr müde nach Hause. Ich war erschöpft von der vielen Arbeit und hatte mir viele Nöte anderer Menschen anhören müssen. Ich merkte, dass ich körperlich und seelisch aufpassen musste, jetzt nicht über die Grenzen zu gehen. So ging ich in mein kleines Büro, das häufig auch mein Gebetsraum ist. Vor dem Sofa ging ich auf die Knie, legte meinen Kopf auf die Arme und bat den Herrn, mich neu mit seiner Kraft und seinem Frieden zu erfüllen. Nach kurzer Zeit passierte etwas Wunderbares: Ein mächtiger, übernatürlicher Frieden, gepaart mit einem wohltuenden Strom an Kraft, flutete durch meinen Körper und meine Seele. Ich spürte, wie ich neue Energie bekam und mein inneres und äußeres Wohlbefinden wiederhergestellt wurde. Das Nächste, an das ich mich erinnern kann, war, wie ich voller Dankbarkeit, Lobpreis und Anbetung Jesus für die Berührung des Himmels angebetet habe. Es war ganz leicht, natürlich und voller Freude. Das Schöne war: Nichts von dem, was gerade passiert war, hatte mit meiner eigenen Leistung, Frömmigkeit oder Gebeten zu tun. Es war einzig und allein Jesu Geschenk und Gnade an mich. Und dieser tiefe Frieden, den ich erleben durfte, gab mir dann noch am selben Abend Kraft und Freude, anderen Menschen zu dienen und ihnen meinen Frieden weiterzugeben, den der Friedefürst mir geschenkt hatte. Ich habe so viel an diesem Abend gelernt! Und besonders eines ist mir nicht mehr aus dem Herzen gegangen: Du kannst nur geben, was du zuvor vom Herrn empfangen hast. Und er gibt uns so gerne! Viel mehr, als wir uns vorstellen können.

Just don’t stop

Lass uns nicht aufhören, ihm für die Ausbreitung seines göttlichen Friedens auf Erden zu vertrauen, und lasst es uns gleichzeitig alle gemeinsam immer wieder bewusstmachen, wie wichtig es für jeden einzelnen von uns dabei ist, immer wieder persönlich den tiefen inneren Frieden unseres Herrn zu erleben. Dann haben wir viel weiterzugeben und Frieden wird auf Erden in deinem Umfeld immer mehr möglich! Friede sei mit dir! Immer wieder neu!

Bibelstellen

Peter Wenz

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