Rat für den Alltag

Wenn Gott spricht

Aus der Ausgabe Sommer 2025

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Vor einigen Jahren wurde ich als Redner zu einem Teen-Camp eingeladen. Nach einer Veranstaltung kamen zwei Mädchen auf mich zu und baten mich um ein Gespräch. Und ich sollte für sie beten. Eines der Mädchen bekannte eine Sünde, die sie mit großer Scham erfüllte. Nennen wir sie Sarah. Gott hatte Sarah bereits vergeben, aber sie hatte nicht das Gefühl, Vergebung erhalten zu haben. Ich erinnerte sie an die Aufforderung Christi: Gehe in Frieden. Da die Scham einfach nicht weichen wollte, stellte ich Jesus eine einfache Frage. „Herr Jesus, Sarah hat gegen dich gesündigt, indem sie … getan hat. Was möchtest du ihr dazu sagen?“

Sarah keuchte, als wäre sie gerade aus der tiefsten Stelle eines Swimmingpools aufgetaucht, dann begann sie zu weinen wie ein Baby. Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte und wieder sprechen konnte, fragte ich sie, was los sei. „Er … er hat zu mir gesprochen“, erklärte sie, und sofort kamen ihr wieder die Tränen. „Er hat zu mir gesprochen, er hat zu mir gesprochen.“ Ich fragte sie, was er gesagt hätte. Es waren ganz einfache Worte: „Ich liebe dich. Dir ist vergeben.“ Mehr nicht. Sechs Worte, die Sarah vollkommen fassungslos machten und ihr Herz heilten.
 

Wundervolle Einfachheit

PGottes Stimme von anderen Stimmen unterscheiden zu lernen, ist irgendwie ein Widerspruch in sich: Auf der einen Seite ist das ein lebenslanger Lernprozess. Auf der anderen Seite kann ein Kind in wundervoller Einfachheit damit beginnen. Jesus sagt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Johannes 10,27). Schafe sind nicht die klügsten Geschöpfe, darum ist das eine wundervolle Nachricht. Hier ein kurzer Crashkurs, der dir helfen soll, Gott zu hören oder dich auf ihn einzustimmen.

Erstens, Gott spricht nicht nur. Er kommuniziert. Das ist eine beeindruckende Wahrheit, weil sie den Rahmen für das Hören von Gottes Stimme ziemlich breit steckt. Es ist unmöglich, einmal nicht zu kommunizieren; selbst die Stille spricht Bände. Zweitens, was immer Gott sagt, ist Gottes Wort, doch es ist seine Entscheidung, ob er es ausspricht. Gott spricht auch heute noch, was bedeutet, ich kann Worte von Gott empfangen. Das bedeutet nicht, dass alles, was wir Gott sagen hören, als eine Offenbarung auf Bibelniveau gesehen werden sollte. Die Bibel ist das Wort Gottes, und seine Worte sind unfehlbar, universell wahr und besitzen letzte Autorität. Gott wird dieser Offenbarung nichts hinzufügen. Er wird sie auf dieser Basis erklären oder uns helfen, sie zu verstehen und anzuwenden. Die Worte, die ich Gott in mein Leben hineinsprechen höre, sind nicht unfehlbar, weil ich selbst mit Fehlern behaftet bin. Sie sind nicht universell wahr und für jeden zu jeder Zeit und an jedem Ort bindend. Und ganz bestimmt besitzen sie nicht dieselbe Autorität wie die Bibel. Eigentlich muss das, was ich Gott sagen höre, immer dem untergeordnet werden, was Gott in seinem geschriebenen Wort bereits gesagt hat. Gott übermittelt uns seine Wahrheit auf fünf unterschiedlichen Wegen. Stell dir diese Wege als Päckchen vor, in denen das Wesentliche von dem, was er sagen möchte, enthalten ist. 

„Eigentlich muss das, was ich Gott sagen höre, immer dem untergeordnet werden, was Gott in seinem geschriebenen Wort bereits gesagt hat.“

Worte

Die Bibel ist der ultimative Ausdruck dieses Päckchens, aber der Heilige Geist spricht auch verbal zu unseren Herzen. Paulus erklärte die Quelle seiner Lehre zum Beispiel folgendermaßen: „Wenn wir davon sprechen, kommt das nicht aus menschlicher Klugheit, sondern wird uns vom Geist Gottes gelehrt. Was er uns gezeigt hat, das geben wir mit seinen Worten weiter“ (1. Korinther 2,13).

 

Bilder

Gott liebt es, durch reale Bilder in unserem Geist oder durch physische Dinge in unserer Umgebung zu reden, die wir mit unseren Augen tatsächlich wahrnehmen können. Wenn wir beten, kann es sein, dass uns Bilder vor Augen stehen. Vielleicht spricht Gott dadurch zu uns. Manchmal „sehe“ ich das Gesicht eines Freundes vor mir, wenn Gott möchte, dass ich für ihn bete oder ihm eine Ermutigung zukommen lasse.

 

Gedanken

Gott liebt es, durch reale Bilder in unserem Geist oder durch physische Dinge in unserer Umgebung zu reden, die wir mit unseren Augen tatsächlich wahrnehmen können. Wenn wir beten, kann es sein, dass uns Bilder vor Augen stehen. Vielleicht spricht Gott dadurch zu uns. Manchmal „sehe“ ich das Gesicht eines Freundes vor mir, wenn Gott möchte, dass ich für ihn bete oder ihm eine Ermutigung zukommen lasse.

 

Intuition

Manchmal „wissen“ wir einfach, dass bestimmte Dinge von Gott sind. Eine Freundin von mir erklärt das so: Sie kennt den, der sie kennt. Es gibt keine Worte, Bilder oder Gedanken dazu. Wir wissen es einfach.

 

Handeln

Jesus hat gesagt, dass das Werk seines Vaters für sich gesprochen hat: „Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Was ich euch sage, habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Mein Vater, der in mir lebt, handelt durch mich“ (Johannes 14,10). Alles, was Gott tut, übermittelt eine Botschaft. Als Gott Jesus sandte, war das eine Botschaft! Wenn Gott heilt, uns versorgt oder segnet, dann übermittelt jeder Segen eine Botschaft vom Himmel.

Sehr oft verwendet er eine Kombination aus diesen fünf Päckchen: Während ich sein Wort lese (verbal), stelle ich mir vor, was das Wort Gottes mir erklären möchte (visuell). Ich fange an zu verstehen (Logik). Und während des Vorgangs spüre ich seine Überzeugung (Intuition) und reagiere darauf, indem ich das Wort in die Tat umsetze. Daraufhin segnet Gott meinen Gehorsam (Handeln), und ich spüre seine Freude (Intuition). Und die Frucht? Sein Wort wird verständlicher für mich (Logik).
 

Bibelstellen

Brad Huebert

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