Lebensgeschichte

Ist doch logisch

Aus der Ausgabe Frühling 2020

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Jesus ist für mich die einzig logische Option. Als ist 15 Jahre alt war, tauchte bei mir eine Frage auf: „Wieso sollte das Christentum die einzig wahre Religion sein?“ Vielleicht sind die anderen Religionen ja auch wahr, dachte ich. Vielleicht gibt es sowas wie absolute Wahrheit überhaupt nicht? Diese Gedanken erschütterten meinen Glauben zutiefst. 

Aufgewachsen in einer christlich-gläubigen Familie und verankert in einer konservativ-christlichen Ortsgemeinde, habe ich den christlichen Glauben mit der Muttermilch aufgesogen, wie man sagt. Ich kannte keine andere Welt, außer der, in der die Menschen um mich herum fast alle an Gott glauben. Ich ging auf eine christliche Schule, hatte ausschließlich christliche Freunde und konsumierte fast nur christliche Medien. Dementsprechend heftig war die Unsicherheit, die meine Frage bei mir auslöste. 
Nun bin ich keiner, der viele Dinge tut, ohne vorher nachzudenken. Eher im Gegenteil. Begründete Meinungen, feste Überzeugungen und nachvollziehbares Handeln sind mir wichtig. Vor allem bei mir selbst. Aus diesem Grund habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, welche Argumente man für die einzelnen Religionen finden kann. Am Ende stand eine lange Pro- und Contra-Liste, auf der sich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Religionen relativ die Waage hielten. Nur eine Religion ließ sich nicht vernünftig einordnen: das Christentum. 

Dass ein Gott für seine Untertanen stirbt. Dass ein Gott Gnade vor Recht walten lässt. Dass ein Gott liebt, ohne Gegenliebe zu verlangen. Das war ungefähr das Gegenteil von dem, was ich bei anderen Religionen fand. Und letztlich das logische Argument, das mich bis heute davon überzeugt sein lässt: Jesus ist die beste Option für mich. Unter anderem auch deshalb, weil der Glaube an ihn nichts mit Religion zu tun hat. Jesus ist real. Ich habe ihn erlebt, kennengelernt, gespürt. Meine Beziehung zu ihm ist kein Regelwerk, sondern ein miteinander leben. Der Glaube an Jesus lässt sich meiner Meinung nach nicht mit anderen Religionen vergleichen, weil Jesus schlicht keine Religion ist. Er ist mein Gott. Und mein Freund.

Und was ist mit der Möglichkeit, einfach an gar nichts zu glauben? Ganz ehrlich? Für mich ist das die unlogischste aller Varianten. Dann müsste ich glauben, dass all das, was ich sehe, rieche, schmecke und erlebe, aus reinem Zufall entstanden ist. Und das übersteigt meine Fähigkeit zu glauben bei Weitem.

Magazin Sommer 2020

Daniel Janzen

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