Lebensgeschichte

Hoffnung schenken

Aus der Ausgabe Herbst 2025

2

Nächstenliebe, die lebt

Kinder ohne Hoffnung sind oft Menschen ohne Zukunft. Eindrückliche Worte, die von Prof. Dr. Angelika Bier kommen, und vor allen Dingen: wahre Worte. Angelika Kuntz wird im Dezember 1952 in Gießen geboren und wächst dort auf. Später studiert sie in Gießen und Münster Medizin – und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters Erwin, der als Internist tätig ist. Angelika promoviert 1981 und beginnt 1984 am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin zu arbeiten. Von dort wechselt sie an die Berliner Charité, wo sie als Oberärztin und Universitätsprofessorin in der Mund-Kiefer-GesichtsChirurgie arbeitet. Dort lernt sie Jürgen Bier kennen, zuerst als Kollegen, später wird er ihr Ehemann. Dieser verschenkt jeden Tag eine kleine Bibel an einen Patienten, was Angelika fasziniert. Gemeinsam leben sie ihren Glauben an Gott und wissen sich überreich beschenkt. Vor allem, weil sie einander haben. Das, was Gott ihnen anvertraut hat, möchten beide nicht nur für sich behalten. Sie möchten es weitergeben und überlegen, wie sie Nächstenliebe ganz praktisch leben können. Nach verschiedenen Ideen planen sie zunächst, ihre Fähigkeiten durch ganz praktische Arbeit in der Chirurgie für Obdachlose einzusetzen, nach vielen Gebeten aber ergibt sich etwas ganz anderes.

„Kinder ohne Hoffnung sind oft Menschen ohne Zukunft.“

Mit respektvoller Hingabe

Wenn die passionierte Ärztin sieht, wie sich die Kinder aus eigener Überzeugung für Gott entscheiden und aus ihnen Menschen mit Perspektiven und Hoffnung werden, dann ist ihr das Antrieb und Lebenselixier zugleich. Sie selbst hatte einen langen Weg zum Glauben, geprägt von vielen Rückschlägen und Umwegen; heute ist Gott ihr bester Freund und sie weiß, dass er sie nie allein lässt. Dieses Wissen teilt sie mit „ihren“ Kindern, einfühlsam und mit respektvoller Hingabe. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes 2007 investiert sie sich immer stärker in die Stiftung, die sie heute in Vollzeit leitet. Angelika Bier zeigt, wie praktisch gelebte Nächstenliebe viel verändern kann – und wie man durch bewusste Dankbarkeit für das Eigene ein großes Geschenk für andere wird. 

Mehr über die Stiftung Jona’s Haus unter: stiftung-jona.de

Elena Eigenbrodt

Aus dieser Ausgabe

Ohne? Nicht mein Ding!

Zum Nachdenken

Ohne? Nicht mein Ding!

Was ist wirklich wichtig? Was so wesentlich, dass man ohne nicht will? Was ist uns wertvoll, also voller Wert für uns? Was

Von Detlef Eigenbrodt

Rat für den Alltag

Das Glück, das in uns wohnt

Viele meinen, das Glück kommt von außen. Als etwas, das man erwerben kann, oder das einem geschenkt wird. Was, wenn das gar

Von Dr. (Unisa) theol. Martina Kessler

Zum Nachdenken

Du musst säen, um zu ernten

Was jedem Gartenliebhaber klar ist, scheint in die Köpfe vieler Menschen nicht hineinzuwollen: Der naturgegebene Zusammenhang von Saat und Ernte. Wer ernten

Von Lukas Herbst

Mit Gott im Sand

Lebensgeschichte

Mit Gott im Sand

Die Glut verglimmt, der Ofen ist aus. Maren von Guérard hätte sich das nie wirklich vorstellen können, aber jetzt erlebt sie wie

Von Maren von Guérard

Kolumne

Die Armut berührt

Die Frage mag einem merkwürdig falsch vorkommen, doch tiefer als sie kann es eigentlich nicht gehen. Unter die Haut, ins Herz, direkt

Von Steve Volke

Mach’s einfach nochmal

Kolumne

Mach’s einfach nochmal

Probiere alles mindestens dreimal aus, bevor du aufgibst. Das empfahl Pastor Wolfram Kopfermann damals der noch jungen Evi Rodemann, als sie frisch

Von Evi Rodemann