Kolumne

Gott gibt nicht auf

Aus der Ausgabe Herbst 2025

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Zuerst war er sehr überrascht, dass Gott ihn in so jungen Jahren ohne Erfahrung als sein Sprachrohr einsetzen wollte. Aber durch Gottes Versprechen: „Ich werde dir meine Worte in den Mund legen“, ließ er sich dann doch auf seine Berufung ein – vielleicht auch in der Hoffnung, dass er als Verkündiger ganz groß rauskommen würde. 

Ziemlich ernüchternd 

Doch trotz all seiner Bemühungen, im Auftrag und im Sinne Gottes das Richtige zu tun, blieben seine Worte und Taten erfolglos. Das stürzte ihn in ein tiefes Loch. Seine Reaktion auf Gottes Berufung war ein Offenbarungseid: Seine Freude am Herrn und der Sinn seiner Berufung waren abhängig von Anerkennung, Beliebtheit, Einfluss und der Erfüllung seiner Erwartungen. Jeremia musste lernen, dass seine Berufung nicht davon abhängig war, ob er oder andere sie gut finden, sondern allein davon, dass Gott ihn beauftragt hatte. Gott wollte Jeremia nach wie vor gebrauchen, und als Jeremia das verstanden hatte, konnte er seine Arbeit beherzt fortsetzen in dem Wissen, wer er ist und wo sein Platz ist. Weitermachen und dranbleiben – beides ist so wichtig!

„Jeremia musste lernen, dass seine Berufung nicht davon abhängig war, ob er oder andere sie gut finden, sondern allein davon, dass Gott ihn beauftragt hatte.“

Fehlende Motivation 

Vielleicht haben Sie auch eine „To-Do-Liste“ von Gott bekommen, der Sie sich anfangs im Namen Jesu und in seiner Kraft mit Schwung und Gottvertrauen gestellt, dann aber doch nicht alles gründlich bis zum Schluss erledigt haben. Irgendwann ging Ihnen die Puste aus! So erging es dem Volk Gottes unter der Leitung von Josua. Nachdem es ihnen durch erstaunliche Wunder gelungen war, viele Städte, die Gott ihnen zugesagt hatte, zu erobern, verloren sie irgendwann ihre Motivation und entschieden, die letzten drei Städte auf der Liste auszulassen (Josua 13+15+17). Sie dachten, jetzt reicht’s! Diese Einstellung bringt Stillstand. Und sie hat Konsequenzen, denn verpasste Chancen können zu Niederlagen führen. Laut Bibel heißt es, dass sie zuerst nicht mehr wollten, und danach, dass sie es irgendwann nicht mehr konnten.

Entscheide dich heute 

Wenn wir selbst entscheiden, wann und wo wir aufhören unsere Berufung zu leben, sei es bei der Mitarbeit in der Gemeinde, bei der Unterstützung von Missionaren, christlichen Werken oder Bedürftigen, oder wenn es darum geht, ein klares Zeugnis für Jesus zu sein, dann verlieren wir irgendwann unsere Kraft und unser Können, genau das zu tun, wozu wir berufen worden sind. Die uns anvertrauten Talente werden uns wieder genommen (Matthäus 25). Aber wie gut, dass wir uns wie Jeremia von Gott neu bestätigen lassen und beherzt weitermachen können. Oder dass wir uns von Josua ermutigen lassen können mit den Worten: „Entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt! Wenn ihr aber nicht bereit seid, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt!“ (Josua 24,15) Und wie schön, wenn wir am Ende unseres Lebens wie Paulus sagen können: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten (2. Timotheus 4,7).“

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