Kolumne

Das mag befremdlich sein

Aus der Ausgabe Frühling 2025

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Unmittelbar nach der letzten US-Wahl im Herbst ’24 war ich zu einem Kurzbesuch bei meiner Mutter in Westkanada. Auf Grund der Zeitumstellung war ich früh morgens munter und schlich mit meinem Frühstück auf leisen Sohlen ins Wohnzimmer, um mir die amerikanischen (CNN) und kanadischen (CBC) Nachrichten anzuschauen. Dabei ging es jeden Tag um die umstrittene Person Donald Trump und die Wahl seiner zum Teil fragwürdigen Mitarbeiter, mit denen er sein Land regieren würde. Es ging aber auch jeden Tag um die christlichen Werte, die auf unterschiedlichste Weise eingeführt und durchgesetzt werden sollten, obwohl viele der neu bestimmten Mitarbeiter rund um Donald Trump nichts mit Gott am Hut haben.

Zurück zu Gottes Wort

„Muss es denn sein, dass es jetzt eine ‚Donald Trump-Bibel‘ gibt?“, fragte eine Journalistin eines Nachrichtensenders ihren Interviewpartner, der ein überzeugter, wiedergeborener Christ ist. „Ja“, antwortete er, „Unser Ziel ist, dass die Bibel wieder in allen Schulen vorhanden sein soll.“ Die Donald Trump-Bibel enthält, was für uns vielleicht befremdlich ist, zudem auch den „Bill of Rights“, (dieses Dokument steht im englischsprachigen Raum für ein Gesetz, das die grundlegenden Bürgerrechte zusammenfasst,) und die Constitution of USA (diese Verfassung der Vereinigten Staaten regelt die rechtliche und politische Grundordnung des Landes). Weiter erzählte der wortgewandte Christ, dass per Video jeden Morgen in den Schulklassen ein Gebet gezeigt werden soll, in dem für das Land, die Regierung und die Schulen gebetet wird. Nicht nur das, es soll in Zukunft auch ein Fach über den christlichen Glauben an allen Schulen geben. „Wenn Amerika wieder ‚great‘ sein soll“, meinte er, „dann müssen wir zurück zu Gott und zu seinem Wort!“ 

„So wie wir Menschen Wasserbäche umleiten können, so kann Gott das Herz eines Herrschers umlenken, wie er will! Sprüche 21,1“

Und was passiert dann?

Wow – ich war beeindruckt. So frei und offen über Gott und die Wichtigkeit seines Wortes für uns Menschen in den Nachrichten zu diskutieren, das ist eine Seltenheit. „Aber viele Regierende, die dies unterstützen, leben doch selbst nicht, was in der Bibel steht!“ bohrte die Journalistin weiter. „Was ist mit den anderen Religionen? Das werden die doch nicht einfach so hinnehmen. Und was passiert dann?“ Ja, was ist dann, dachte ich! Da setzte mein Kopfkino ein! Ich stellte mir vor, wie viele Menschen reagieren werden, die sich durch solche Initiativen negativ herausgefordert und zur Seite gedrängt fühlen. Und anderseits war da der Gedanke, wie viele Menschen neu oder zum ersten Mal von Gottes Wort ergriffen sein werden.

Das macht mich gelassen

Wir wissen aus der Bibel, dass ein lebendiger und konsequenter Glaube zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen führen kann und dass sich die Verfolgung der Christen weiter ausbreitet. Solche Gedanken können uns Angst machen! Aber gerade diejenigen, die Gott und sein Wort kennen, wissen zugleich, was in Sprüche 21,1 steht: „So wie wir Menschen Wasserbäche umleiten können, so kann Gott das Herz eines Herrschers umlenken, wie er will!“ Das heißt, wir können gewiss sein, dass das, was eine Regierung hierzulande oder sonst wo auf der Erde entscheidet, nicht Gottes Ziele mit uns Menschen beeinflussen oder verändern kann. Das macht mich persönlich nicht nur gelassen, das zaubert mir ein breites Lächeln ins Gesicht. Wir können uns tatsächlich entspannen im Blick auf das, was ist und was noch kommt! Wir können Gott von Herzen danken, dass er selbst Herrscher einsetzt und absetzt, dass er selbst deren Herzen lenkt, sodass seine Ziele erreicht werden. So lebt sich’s gelassen. So lebt sich’s gut.  
 

Bibelstellen

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