Kolumne

Spontan für das Gute

Aus der Ausgabe Sommer 2026

1

Haben Sie schon mal einen EQ-Test gemacht, einen Test zur emotionalen Intelligenz? Um herauszufinden, über wie viel emotionale Stärke Sie verfügen? Bei solchen Tests können Sie unter anderem erkennen, inwiefern Sie in der Lage sind, tiefgehende Beziehungen langfristig aufrechtzuerhalten, ob Sie Menschen so akzeptieren können, wie sie sind, ohne alles gutzuheißen, oder wie gut Sie zwischen dem unterscheiden können, was Ihnen selbst und was anderen wichtig ist.

Moment verpasst

Bei meinem Test gab es eine Frage, die mich darauf aufmerksam machen sollte, dass es sinnvoll sein kann, eine Entscheidung aufzuschieben – nach dem Motto: Erst denken, dann handeln. Grundsätzlich ist das ein guter Rat. Aber manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Entscheidung spontan zu treffen, um die Gunst der Stunde zu nutzen – eine Zeitspanne voller Möglichkeiten, ein Moment von großer Bedeutung für die Ewigkeit. Von einem Pharao zum Beispiel heißt es in Jeremia 46,17: „Gebt dem Pharao einen neuen Namen. Nennt ihn Großmaul, weil er den rechten Zeitpunkt hat verstreichen lassen!“ Nichts ist entscheidender, als einen solchen Augenblick zu erkennen und darauf zu reagieren – manchmal auch spontan.

„Wer mit Jesus unterwegs ist, wird sein Leben lang immer wieder Impulse von Gott bekommen, die zum Handeln auffordern.“

Ziemlich sicher

Der Ruf Jesu, ihm zu folgen, gilt heute genauso wie vor zweitausend Jahren. Es geht darum, dass wir uns Sekunde für Sekunde von ihm führen lassen – nicht nur dann, wenn wir uns dazu bereit fühlen. Ein guter Tipp von Clare de Graaf in seinem Buch „Das 10-Sekunden-Prinzip“ lautet: „Tu als Nächstes einfach das, von dem du ziemlich sicher bist, dass Jesus es möchte!“ Diese Lebensregel lädt uns ein, nicht jede Entscheidung aufzuschieben, sondern uns spontan für das Gute zu entscheiden oder gegen das Schlechte – noch bevor wir es uns wieder anders überlegen (Sprüche 4,26). Wer mit Jesus unterwegs ist, wird sein Leben lang immer wieder Impulse von Gott bekommen, die zum Handeln auffordern. Und wenn Gott uns spontan um etwas bittet, sollten wir uns keine Sorgen machen, wohin uns seine Impulse führen könnten. Tun wir zunächst einfach das, von dem wir ziemlich sicher sind, dass er es möchte.

Wem dient das?

Und wie können wir wissen, dass ein Impuls wirklich von Gott ist? Folgende drei Kategorien können dabei helfen: Erinnerungen. Sie rufen uns ins Gedächtnis, was die Bibel empfiehlt oder gebietet. Warnungen. Sie machen uns auf Unrecht aufmerksam, welches wir bereits begangen haben oder im Begriff sind zu tun. Besondere Anweisungen. Sie ermutigen uns, biblische Weisungen auf konkrete Weise anzuwenden, um Gott und den Menschen zu dienen. Diese stehen nicht wörtlich in der Bibel und ersetzen niemals ihre Lehren. Wenn wir uns dennoch schwertun, eine Entscheidung zu treffen, können wir uns fragen: Dient das, was ich vorhabe, zur Ehre Gottes und zu meiner Heiligung? Wenn unsere Antwort „Ja“ ist, dann sollten wir handeln. Denn unser Glaube wird Wirklichkeit, wenn wir ihn leben – nicht, wenn wir ihn nur denken.

Aus dieser Ausgabe

Ich hab´ ja Zeit dafür

Zum Nachdenken

Ich hab´ ja Zeit dafür

Tiefe, statt Tempo. Das klingt so, als müsse man sich für das eine oder das andere entscheiden, als würde beides zusammen nicht

Von Detlef Eigenbrodt

Erbeerstrauch Foto: AdobeStock.com | v_sot

Zum Nachdenken

Wer warten kann, kann hoffen

Das mit dem Warten ist so eine Sache, meint Mathias Hühnerbein, und entfaltet das Thema mit großartiger Gelassenheit und tiefer Einsicht. Ohne

Von Mathias Hühnerbein

Angst vor der Tiefe

Rat für den Alltag

Angst vor der Tiefe

Wer meint, Tiefe sei automatisch das Gegenteil von Oberflächlichkeit, der könnte sich irren. Zumindest wenn es um Beziehungen geht und die Frage,

Von Dr. (Unisa) theol. Martina Kessler

Und dann erst das Wachstum

Kolumne

Und dann erst das Wachstum

Würde nicht diese kleine Maus aus Mexico schon Speedy Gonzales heißen, könnte wohl auch Evi den Namen tragen. Oder vielleicht zumindest Speedy

Von Evi Rodemann

Wenn’s drauf ankommt

Rat für den Alltag

Wenn’s drauf ankommt

Keine Ahnung! Das werden vermutlich viele sagen müssen, wenn´s drauf ankommt. Wenn andere nicht nur ein bisschen durchhängen, sondern ernsthaft absacken. Keine

Von Heiko Kienbaum

Lieder fürs Leben

Lebensgeschichte

Lieder fürs Leben

„Befiehl du deine Wege“ ist eine Formulierung, die viele Christen kennen. An Psalm 37 angelehnt bildet sie die ersten Worte eines der